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Mesopotamische Bauurkunden

 

Bauurkunden als Kommunikationsmedien im intergenerationalen Herrschaftsdiskurs und als strategische Elemente beim Umgang mit Vergänglichkeit in altmesopotamischen Gesellschaften

Buidling documents as media in intergenerational royal discourse and as strategical elements for coping with decay in ancient Mesopotamien societies.

 Stone cuneiform tablet with building/dedicatory inscription of Nabû-balassu-iqbi, Stone, Babylonian (?)

 

Das Ziel des Vorhabens besteht darin, Entscheidungsprozesse bei der Auswahl und Gestaltung der Bauurkunden mesopotamischer Herrscher anhand formaler und inhaltlicher Kriterien zu verdeutlichen, um so Strategien zum Umgang mit Vergänglichkeit der gebauten Umgebung innerhalb des jeweiligen historischen Kontexts zu erklären. Den Ausgangspunkt dafür bildet die Analyse der Bauurkunden aus den Regierungszeiten der einzelnen Herrscher von der jüngerfrühdynastischen Zeit bis zur neubabylonischen Zeit. Auf dieser Grundlage können dann Hypothesen zu zugrunde liegenden Normen und Konventionen, bewussten Rückgriffen und Innovationen überzeugend formuliert werden. Die diachrone Analyse der versammelten Evidenz erlaubt, die Entwicklung mesopotamischer Bauurkunden und damit verbundene Praktiken ihrer Deponierung bzw. Anbringung unter Berücksichtigung chronologischer und regionaler Eigenheiten zu beschreiben sowie Abhängigkeiten und Wechselwirkungen aufzuzeigen und zu erklären.

Bei vorangegangenen Untersuchungen und Bearbeitungen standen die Bauinschriften im Zentrum des Interesses. Den Schriftträgern selbst haben weder Archäologen noch Philologen viel Aufmerksamkeit gewidmet, und so liegt bis heute keine systematische und umfassende Bearbeitung der Objekte vor. Dies mutet erstaunlich an, weil die Bauurkunden mit mehreren tausend Einzelexemplaren nach den Tontafeln die größte Gruppe beschrifteter Objekte bilden und sich daher neben qualitativen Analysen, mit denen man sich in der Vorderasiatischen Archäologie oft begnügen muss, auch quantitative Untersuchungsmethoden zur Anwendung gebracht werden können.

Das Erstellen eines Korpus’ mesopotamischer Bauurkunden ist unbedingte Voraussetzung, um die eingangs formulierten Ziele zu erreichen. Die Voraussetzungen für eine derartige umfassende Aufarbeitung wurden in den letzten Jahrzehnten durch die Zusammenstellung von Texteditionen, die Publikation von Katalogen und die Erstellung von online-Datenbanken (z. B. cdli, Oracc und Museumsdatenbanken) geschaffen.

Es ist außerdem erforderlich, dass Inschriften, Schriftträger und Fundkontexte gleichermaßen in die Analyse einbezogen werden. Die Untersuchung des Phänomens der Bauurkunden, erfordert daher wie kaum ein anderes Thema die enge Kooperation zwischen Philologen und Archäologen und bietet die seltene Möglichkeit einer multidimensionalen Untersuchung, zu der beide Fächer einen essenziellen Beitrag leisten können.

 

Projektleiter: 

PD. Dr. Aaron Schmitt

Hilfskraft:

Milena Luongo

 

Kontakt

Platz der Universität 3 (KG III)
79085 Freiburg

Telefon +49 (0) 761 203 3150

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